Hochzeit

Am 21. März 2009 habe ich (Bastian) mich endlich getraut Bine die entscheidende Frage zu stellen.
Die Umstände des Antrages bleiben unser privates Geheimnis, aber soviel sei verraten, Bines Antwort:

Ja! Ich will!

Seitdem laufen die Vorbereitungen für unsere Hochzeit.

Man glaubt gar nicht mit welchen und vorallen wievielen Fragen man  sich rum schlagen muss. Wo soll es stattfinden?, welche Uhrzeit? (das war der schlimmste Punkt, wir haben sicher die Uhrzeit der Kirche 5x verschoben.) Wieviele Personen sollen dabei sein? Soll es eher im kleinen Kreis stattfinden? Wie sollen die Einladungen aussehen? Polterabend Ja/Nein ? Fragen über Fragen, die alle beantwortet werden wollen. Nach einigen kopfrauchenden Abenden und einem „Brautmonster“  (Erläuterung folgt) zu Hause, war die grobe Planung irgendwann abgeschlossen und wir konnten uns den ersten kleinen Detailfragen widmen. Beachtet bitte unser

Hochzeits-ABC

Bines Leidenschaft – war es schnell, sich in den verschiedensten Hochzeitsforen zu tingeln, und unter Pseudonym  – sich Tipps und Inspirationen einzuholen, oder sich einfach mal – etwas Luft zu machen, wenn man etwas gefrustet von der Planungsmoral des Zukünftigen, war. 😉

17. August 2009

Die Auswahl an Trauringen ist riesig, aber wirklich gefallen hat uns der Allererste. Nach mehrfaches Durchkreuzen diverser Einkaufsstrassen, sind wir dann tatsächlich wieder beim besagtem Stück gelandet. Der erste Gedanke ist doch immer der Beste! Also bestellten wir „unsere“ Ringe in chickem Weißgold, nach Maßnahme unserer Ringgröße. 10 Tage später, kurz vorm Urlaub, der große Tag, Ringe abholen!!!
Aber war wohl nix, Ringe zu klein! Wohl vermessen oder zugenommen 😉  Also wieder zurück, korrigieren und nach dem Urlaub abholen. Diesmal passten sie und sind wunderschön.

6.September 2009

Wie sich später heraustellen sollte war es der schönste Tag in der ganzen Planungsphase (zudem noch einen Tag vor unserem langersehnten Urlaub). Da am nächsten Tag der Flieger für uns aus Köln/Bonn starten sollte, verbrachten wir das Wochenende in Siegen.  Auch wenn es sich südlich der Elbe befindet, gibt es dort auch  eine Sonntagszeitung „Siegerlandkurier“ (wie bei uns halt die MoinMoin).  Wie der Zufall so will, befand sich in dieser Ausgabe, eine Anzeige, dass das einzige Brautgeschäft in Siegen seine Türen geöffnet hat. Das war das Stichwort: Mama wurde beschnackt mit Ihrer Tochter dorthinzufahren um „nur mal zu schauen“. Gesagt, getan. In dem kleinen Laden war es  richtig schnuckelig. Schnell hatten wir eine Verkäuferin an unserer Seite, die uns dann einige Kleider gezeigt hat. (die auch direkt wieder, wegen nichtgefallen aussortiert wurden!) Wegen meiner angeblich hellen Haut, „HA HA“( war doch schon vorgebräunt), schlug die Verkäuferin mir eines in ivory vor. Es sah schön aus, aber es hat bei mir nicht „klick“ gemacht (bei der Verkäuferin schon $$). Dann griff meine Mum ein und die Verkäuferin holte noch mehr Kleider und dann war es da. „Mein Kleid“
Ich verrate nur so viel, es ist Weiss !!!
An dieser Stelle, möchte ich nochmals ein ganz großes Dankeschön an meine Eltern aussprechen, die mir im Vorwege schon ein wunderbares Geschenk bereitet haben und uns natürlich einen Batzen Geld erspart haben. „Danke“.

19. Oktober 2009

„Nur mal gucken“ – Bine und Ich fahren am Nachmittag nur kurz nach Tolk zu „Mode Max Hansen“, mal schauen was es so an Anzügen gibt, damit man mal eine Vorstellung hat, kaufen können wir ja dann irgendwann…
Eine Stunde später verliessen wir den Laden mit meinem Hochzeitsanzug, bzw. der Quittung, Hose zu lang. Morgen (30.10.) wird er abgeholt und harrt von da an im Schrank bis zu seinem Einsatz aus. Wieder einen Punkt abgehakt und das schneller als gedacht.

Der Polterabend findet am 12. Mai 2010 in Steinfeld bei uns statt.

Am 14. Mai 2010 geht es zum Standesamt nach Osterbunsbüll.

Am 15. Mai treffen wir uns dann in die Marienkirche zu Boren.

Kirche BorenHochzeitsfoto

Anschließend geht es zum Feiern hierher:

Oestergaard

„Wiedererkennungsfaktor –  sehr hoch!! „Brautmonster“

Allein mit dem Brautmonster

Die schlimmste Zeit im Leben eines Mannes beginnt in der Zeit vor der Hochzeit. Sie verwandelt Traumfrauen über Nacht in Hochzeitsbestien. Erlösung von den Diskussionen über Streukörbchen, Büttenpapier und Gästelisten bringt erst das Ja vorm Altar
Die Hochzeit ist der schönste Tag im Leben eines Mannes. Jetzt hat er es fast geschafft. Seine Braut lächelt das erste Mal seit etwa einem Jahr, und er meint, hinter ihrem zu starken Make-up die Person erahnen zu können, die die Frau seines Lebens war, bevor sie sich verwandelt.
Der Schnitt war ein ziemlicher Schock für ihn gewesen: Eben war sie noch seine weinende Kleine, die überglücklich immer wieder ihren Verlobungsring betrachtete, und plötzlich war da dieses Monster, das Wutanfälle bekam, weil der Farbton der Seidenschleifen für die Gästegeschenke nicht exakt stimmte. Warum hatte dem Bräutigam niemand gesagt, dass so etwas passieren würde?

Weil er es nicht geglaubt hätte. Jeder Mann ist davon überzeugt, dass seine Freundin etwas ganz Besonderes ist; eine Frau, die eher lässig an die Vorbreitungen zu einem Fest, das im Schnitt 20 000 Euro kostet, herangeht. Ein fataler Irrtum. Sich zu verloben bedeutet nicht, seine Traumfrau heiraten zu dürfen, es bedeutet, mit einer Fremden zusammen zu sein, die nur dafür lebt, das Fest der Feste perfekt zu organisieren.

So etwas beginnt harmlos. Die Frau blättert in Brautmagazinen, die sie sich am Tag nach der Verlobung gekauft hat, und zeigt auf verschiedene Details: Brautsträuße, Tischdekorationen, romantische Schlösser und hellblaue Smokings für den Bräutigam. Der Mann, noch im Taumel des Glücksgefühls, endlich gefragt zu haben, nickt und sagt „schön“. Er kann ja nicht ahnen, dass er damit bereits eine verbindliche Zusage gemacht hat. Aber ein Brautmonster hat ein Gedächtnis wie eine ganze Elefantenherde.

Danach ist Ruhe, und zwar im Wortsinn. Drei bis vier Monate lang ist die Frau den ganzen Samstag unterwegs und sonntags im Internet beschäftigt. Der Bräutigam triumphiert, die Braut sondiert. Und hat schon über 1 Jahr vor der Hochzeit eine exakte Vorstellung von „ihrem“ Fest.

Zeit, den Druck zu erhöhen. In einem langen Gespräch stellt die Planerin ihrem Verlobten die wichtigsten Alternativen vor: Roséfarbene oder lindgrüne Deko? Weiße oder cremefarbene Streukörbchen für die Blumenkinder? Abend- oder festliche Kleidung als Kleiderordnung? Der Mann – noch nicht vertraut mit so entscheidenden Fragestellungen – scheut, und die Frau rastet das erste Mal aus. Wenn der Kerl so weiter macht, können sie sich das Ganze gleich abschminken. Nur noch acht Monate! Wie bitte soll sie das denn alles schaffen?

Also geht er mit. Befühlt Papp- und Büttenpapier für die Einladungen. Vergleicht die altenglische Schrift mit moderneren Varianten. Fachsimpelt über den Unterschied zwischen den Farbnuancen elfenbein und creme und hat es mittlerweile schon ganz gut raus, genau das zu wählen, was auch seine Liebste will. Er sieht es an dem Leuchten in ihren Augen.

Männer in dieser Situation haben strapazierte Nerven. Sie sitzen in einer Zwickmühle, denn es macht ihnen keinen Spaß, jede freie Minute über die Hochzeit sprechen zu müssen. Noch weniger Spaß macht es allerdings, es nicht zu tun „ES SIND NUR NOCH SECHS MONATE!!“ brüllt dann die Frau. Und da sprechen die nackten Zahlen leider für sie.

Also klammern sich die Herren an gute Nachrichten. Laut Umfragen sind 71,1 Prozent der Deutschen der Meinung, dass eine Ehe ewig halten sollte. Der Aufwand könnte sich also lohnen. In Italien glauben nur 47,5 Prozent an „bis das der Tod Euch scheidet“. Nicht auszumalen, wie schlampig italienische Hochzeiten geplant sein müssen – mit so einer Einstellung!

Noch fünf Monate: Sie möchte ein KPM-Service mit Platinrand auf ihrem Hochzeitstisch, er nickt gottergeben. Und das ist keine gute Idee. Die Frau ist unzufrieden. Sie hat das Gefühl, alles allein entscheiden zu müssen. Dabei soll es doch ihr gemeinsames Fest werden (was ihm neu ist). Sie zwingt ihn, einen Tag Urlaub zu nehmen, um gemeinsam Geschenke auszusuchen. Nach einer Dreiviertelstunde klingelt sie ihn über das Handy an. Er steht bei den CDs. Als sie einfach auflegt weiß er: schon wieder etwas falsch gemacht.

Das ist der Zeitpunkt, an dem die Braut zu ihrer Freundin sagt: „Ich erkenne mich selbst nicht mehr wieder.“ Sie weiß, dass sie unausstehlich ist. Sie weiß aber auch, dass das das kleinere Übel ist. Was ist schon ein Jahr detailverliebte Planung gegen eine Braut, die mit ihrer eigenen Hochzeit nicht zufrieden ist? Ein Drittel aller Ehen in Deutschland werden geschieden, was nicht weiter erstaunlich ist, wenn man bedenkt, wie sich die Kerle schon bei der Planung des Festes anstellen.

Drei Monate vor der Hochzeit hört die Frau gedanklich auf zu arbeiten. Sicher, sie geht zwar noch jeden Tag ins Büro, aber eigentlich nur, um ihre Checklisten abzugleichen und mit den Kolleginnen über ihr Kleid/ihre Frisur/den Trauspruch/das Menü zu sprechen. Eine leichte Unruhe macht sich in ihr breit. Zwei der Einladungen, die ihr Verlobter eigenverantwortlich verschickt hat, sind zurückgekommen, weil er die falsche Adresse draufgeschrieben hatte. Kann sie ihm noch vertrauen?

Kann sie nicht. Deswegen ist ihre Mutter mittlerweile ihre engste Vertraute geworden, die auch findet, dass sie keine Rücksicht darauf nehmen muss, dass seine Freunde gern ein ordentliches Stück Fleisch essen würden und Punkrock mögen. Wenn er nach Hause kommt, während seine Verlobte die Details mit ihrer Mama bespricht, wechselt sie wortlos den Raum.

Ist seine Kleine gereizt, weil sie glaubt, noch mindestens fünf Kilo abnehmen zu müssen oder weil ihr der blassbabyblaue Anzug, den sie vor einem Jahr für ihn ausgesucht hat, nicht mehr gefällt? Er weiß es nicht. Er weiß sowieso nicht mehr viel über seine Hochzeit.

Frauen sind gut organisiert. Am Tag vor der Hochzeit müssen sie nichts mehr tun, außer ihre (nicht seine!) Verwandten durch die Stadt zu scheuchen, damit sie letzte Besorgungen für sie machen. Der Bräutigam hat einen Zettel, auf dem genau steht, wann er wo zu sein hat. Und in der Nacht, während sie schläft, wird wie durch ein Wunder aus dem Brautmonster eine Braut, die sich nichts mehr wünscht, als die Liebe ihres Lebens endlich heiraten zu können.

Gerade mal 44 Prozent der Deutschen haben ihre Hochzeit als „den schönsten Tag ihres Lebens“ erlebt. 30 Prozent empfanden ihn dagegen als eine „totale Katastrophe“. Das kommt mit Sicherheit davon, dass sich einige Beteiligte nicht sekundengenau an die Vorgaben der Braut gehalten haben.

Die hat allerdings keine Zeit mehr, sich darüber zu ärgern. Schließlich steht der erste Hochzeitstag schon so gut wie vor der Tür.

Quelle: Die Welt